Die Pilze

Im Bereich Flora haben wir auch die Pilze aufgenommen. Natürlich gehören sie im engeren Sinne nicht zur Pflanzenwelt, doch der Einfachheit und Übersichtlichkeit halber stellen wir sie hier vor. In Wäldern und auf Wiesen sind sie unauffällige, aber unverzichtbare Bewohner. Sie leben in Symbiose mit den Wurzeln der Bäume, zersetzen organisches Material und fördern neues Leben. Damit tragen sie zum Gleichgewicht der Ökosysteme bei. Einige sind essbar und gehören zur kulinarischen Tradition der Lessinia, andere sind giftig und müssen mit großer Vorsicht bestimmt werden. Wer sie entlang des Cammino beobachtet, entdeckt eine verborgene Welt, die für die Gesundheit der Natur von grundlegender Bedeutung ist.

Hallimasch (Armillaria mellea)

Sehr häufiger Pilz, der in großen Büscheln auf Baumstümpfen und Stämmen wächst. Im Herbst gehört er zu den in der Lessinia am häufigsten gesammelten Pilzen.
Aussehen: honigbrauner Hut; wächst in großen Gruppen.
Essbarkeit: nach ausreichendem Garen essbar.
Lebensraum: Baumstümpfe und Stämme.
Zeitraum: Herbst.

Schopf-Tintling (Coprinus comatus)

Er ist besonders nach Regen leicht auf Wiesen und an Straßenrändern zu finden und darf nur jung verzehrt werden.
Aussehen: länglicher, weißer, schuppiger Hut, der später schwarz wird.
Essbarkeit: jung gesammelt gut essbar.
Lebensraum: Wiesen und Straßenränder.
Zeitraum: Frühjahr und Herbst.

Pfifferlinge (Cantharellus cibarius)

Pfifferlinge gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Pilzen und fallen durch ihre leuchtend gelbe Farbe auf. Man findet sie in Mischwäldern.
Aussehen: gelb, trichterförmig, mit dicht stehenden Leisten.
Essbarkeit: ausgezeichnet.
Lebensraum: Mischwälder aus Nadel- und Laubbäumen.
Zeitraum: Sommer und Herbst.

Leberreischling (Fistulina hepatica)

Ein ungewöhnlicher Pilz, der tatsächlich wie eine fleischige Zunge aussieht. Er wächst an lebenden oder abgestorbenen Stämmen von Kastanien und Eichen.
Aussehen: fleischig, rot und zungenförmig; wächst aus Baumstämmen hervor.
Essbarkeit: jung essbar.
Lebensraum: Kastanien- und Eichenstämme.
Zeitraum: Sommer und Herbst.

Parasol (Macrolepiota procera)

An seinem großen Hut und langen Stiel leicht zu erkennen; häufig auf Lichtungen und Wiesen anzutreffen.
Aussehen: großer, geschuppter Hut und langer, schlanker Stiel.
Essbarkeit: gut, nur der Hut.
Lebensraum: Wiesen und Lichtungen.
Zeitraum: Sommer und Herbst.

Morcheln (Morchella spp.)

Seltener und geschätzter Frühjahrspilz, erkennbar an seinem wabenförmigen Hut. In der Lessinia ist er weniger häufig.
Aussehen: brauner Hut mit wabenartiger Struktur.
Essbarkeit: nach ausreichendem Garen ausgezeichnet.
Lebensraum: sandige Böden und lichte Wälder.
Zeitraum: Frühjahr.

Kaiserling (Amanita caesarea)

Der leuchtend orangefarbene Kaiserling gilt als einer der besten Speisepilze. In der Lessinia ist er selten, in den Hügellagen dagegen häufiger.
Aussehen: leuchtend orangefarbener Hut, gelber Stiel und gelbe Lamellen.
Essbarkeit: ausgezeichnet.
Lebensraum: warme Eichen- und Kastanienwälder.
Zeitraum: Sommer und Frühherbst.

Steinpilze (Boletus edulis und verwandte Arten)

Der König der Pilze ist weithin bekannt und sehr begehrt. In der Lessinia wächst er in Buchen-, Fichten- und Kastanienwäldern.
Aussehen: brauner Hut und bauchiger, genetzter Stiel.
Essbarkeit: ausgezeichnet.
Lebensraum: Buchen-, Fichten- und Kastanienwälder.
Zeitraum: Sommer und Herbst.

Täublinge (Russula spp.)

Sehr vielfältige Gattung mit Hüten in zahlreichen Farben. Einige Arten sind essbar, andere schmecken unangenehm.
Aussehen: unterschiedliche Farben wie Rot, Grün oder Gelb; brüchiges Fleisch.
Essbarkeit: einige Arten essbar, andere nicht.
Lebensraum: Mischwälder.
Zeitraum: Sommer und Herbst.

Edel-Reizker (Lactarius deliciosus)

Leicht an der orangefarbenen Milch zu erkennen, die bei Verletzung austritt. In der Lessinia wächst er vor allem in Nadelwäldern.
Aussehen: orangefarbener Hut mit konzentrischen Ringen und orangefarbene Milch.
Essbarkeit: gut.
Lebensraum: Nadelwälder.
Zeitraum: Sommer und Herbst.

Fliegenpilz (Amanita muscaria) ⚠️ Giftpilz

Der bekannteste Giftpilz mit seinem charakteristischen roten, weiß gepunkteten Hut. Ikonisch, aber giftig.
Aussehen: roter Hut mit weißen Punkten; weißer Stiel mit Ring.
Essbarkeit: giftig.
Lebensraum: Nadel- und Buchenwälder.
Zeitraum: Sommer und Herbst.

Pantherpilz (Amanita pantherina) ⚠️ Giftpilz

Dem Fliegenpilz sehr ähnlich, jedoch braun gefärbt. Ein giftiger und gefährlicher Pilz.
Aussehen: brauner Hut mit weißen Warzen; Stiel mit Ring.
Essbarkeit: giftig.
Lebensraum: Nadel- und Laubwälder.
Zeitraum: Sommer und Herbst.

Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) ⚠️ Tödlicher Giftpilz ⚠️

Der gefährlichste Pilz und für die meisten tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Seine Merkmale müssen gut bekannt sein.
Aussehen: grünlicher Hut; weißer Stiel mit Scheide an der Basis.
Essbarkeit: tödlich giftig.
Lebensraum: Laubwälder, insbesondere Eichen- und Buchenwälder.
Zeitraum: Sommer und Herbst.